Teil 2

Ich weiß gerade nicht weiter. Wie soll ich den Vorkurs beschreiben. Es war lustig, aber auch hoch interessant zu sehen, wie es auch unter Männern, und ich sage bewusst MÄNNER , Zicken geben kann. Männer, die sich als besonders Männlich bezeichnen sind Zicken. War auch ne neue Erfahrung für mich. Und dann gab’s da noch die Platzhirsche. Da sich mit der Zeit einige verabschiedeten, blieben die Kämpfe um die ersten Plätze gott sei dank aus.

 

Was mich nervte, war immer wieder der Hinweis darauf, dass ich ja die Frau in der Klasse bin. „Guten Morgen meine Herren! Und die Dame natürlich auch!“ Man, und das die ganzen zwei Jahre in einer Tour. Es weiß doch jeder dass ich weiblich bin. Das hätten sie sich sparen können in der Schule. Vor allem hasste ich es, wenn sie dann aber vergessen hatten, dass ich als Frau unter ihnen hocke, wenn sie Frauenfeindlich wurden. Am Anfang hab ich dagegen angekämpft. Später bin ich einfach aufgestanden und bin mir eine rauchen gegangen, wenn sie mal wieder die dollen fünf Minuten hatten. Ich war dann nur wütend und aufgeregt. Und ich wusste, wenn ich weiter dagegen ankämpfen muss, werde ich ausfallend. Also ließ ich es sein. Komischerweise passierte das aber erst während der richtigen Umschulung. Im Vorkurs kam das gar nicht vor. Fällt mir gerade so auf. Hmmm-

Aber sonst waren die drei Monate Vorkurs erfolgreich für mich. Gute Noten, kam gut mit den Herren zu Rande. Nur die hin und her Fahrerei nach Bobenhausen und zurück ging mir tierisch auf die Nerven. 185 km und ich verbrachte fast 8 Stunden damit bis ich am Zielort war. Es lohnte sich im Endeffekt nicht, nach Hause zu fahren.

Hinzu kam, dass ich mich in Bobenhausen nicht wirklich zuhause gefühlt habe. Ich führte es darauf zurück, dass ich erst kurz vorher umgezogen war und keine Zeit hatte, mich an die Wohnung zu gewöhnen. Aber letzt endlich war es die Einsamkeit und die Abhängigkeit von anderen, die mich dort verkümmern lies. Um telefonieren zu können, musste ich auf einen Berg steigen, sonst hätte ich den Kontakt zu meinen Kindern verloren. Ärger mit der Telekom sorgte dafür, dass ich keinen Festnetzanschluss hatte und mich verrückt werden lies.

Ich war froh, wenn das Wochenende zu Ende war und ich wieder nach Birkenfeld konnte!

Birkenfeld wurde mein Zuhause. Ja, Birkenfeld wurde für mich zum Familienersatz. Ich freute mich auf meine „Jungs“.  Ein paar von denen wurde zu wirklich guten Freunden für mich.

In Bobenhausen quälte mich ein Bekannter damit, dass er nen tollen MANN für mich hätte. Er wollte einfach nicht kapieren, dass ich kein Interesse an einer neuen Beziehung hatte. Ich war froh dass ich von dem Psychopaten weg war. Geschieden war ich auch noch nicht und hatte noch genug an den Verletzungen die man mir zugefügt hatte zu kauen. Ich wollte nun wirklich nicht auf Teufel komm raus ne neue Bettgeschichte oder gar eine feste Beziehung. NEIN DANKE. Jener Bekannte war dann auch stinke sauer, als er hörte ich hätte wieder einen Freund. Aber dazu später.

Diese Wochenenden machten mich fertig. In mir wuchs der Gedanke, mir eine Wohnung in Birkenfeld zu suchen. Anderseits wollte ich meine Bekannten, dir mir bei der Trennung von meinem damaligen Mann so geholfen hatten, nicht enttäuschen. Also dachte ich mir, ich lass die zwei Jahre so weiter laufen und such mir später etwas anderes. Denn zwei Wohnungen konnte ich nicht finanzieren. Nur würde ich mir etwas einfallen lassen müssen, wo die WE verbringen würde. Das löste sich recht bald von selbst auf. J

8.9.10 15:23

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